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Pressemitteilung der UVB vom 25.12.2006

UVB-Hauptgeschäftsführer Dr. Hartmann Kleiner

Weihnachts-Interview

Welche Aussichten hat die Region Berlin-Brandenburg aus Sicht der Unternehmen und für welche Branchen stehen die Zeichen 2007 besonders gut/schlecht?

Seit längerer Zeit ist 2006 das erste Jahr gewesen, in dem sich wirtschaftlich gesehen endlich wieder Licht am Horizont gezeigt hat. Die Konjunktur in unserem Land hat wieder angezogen. Und auch der Arbeitsmarkt scheint sich langsam zu erholen. In unserer Region müssen wir allerdings weiter konzentriert anpacken und sollten nicht in Versuchung geraten, die ersten Früchte zu früh ernten zu wollen, denn es ist noch vieles aufzuholen. Unverändert besteht ein Wachstumsrückstand zum deutschen Durchschnitt. Vor diesem Hintergrund erscheint heute eine Zunahme der Wirtschaftskraft in Berlin im Jahr 2007 von knapp einem Prozentpunkt und in Brandenburg von 1,5 Prozentpunkten realistisch. Das wird noch nicht reichen, um genügend neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze aufzubauen. Die Vergangenheit hat belegt, dass nur gute Jahre für das verarbeitende Gewerbe die gesamte Region vorangebracht haben, schlechte jedoch automatisch die ganze Region nach unten gezogen haben. Wir setzen also im Rahmen unserer guten Erwartungen für 2007 vor allem auf die regionalen Wachstumsbranchen. Dazu gehören die Luftfahrtindustrie, die Bereiche Automotive und Medizintechnik sowie die  Biotechnologie, die Chemieindustrie und neuerdings die Solarwirtschaft.
 
Könnte der BBI einen Schub auslösen, der die Region den strukturellen Rückstand  zum bundesweiten Wachstumsniveau aufholen lässt?

Auf den Bau des BBI haben wir seit Jahren hingearbeitet. Aus München wissen wir seit langem, dass das Umfeld des internationalen Flughafens zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsstandorten zählt. Für die Entwicklung der Wirtschaft und damit auch die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen bringt die Errichtung eines modernen, internationalen Flughafens neue Impulse und ist damit eine große Zukunftschance. Schon bei den ersten vergebenen Aufträgen wurden Unternehmen aus der Region in erfreulichem Maße berücksichtigt. Das ist ein direktes Ergebnis der intensiven Gespräche zwischen Wirtschaft und Politik. Zudem erwarten Experten bekanntlich ca. 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze bis 2012, einen Schub für den Tourismus, eine bessere Anbindung der regionalen Industrie an die internationalen Märkte sowie eine schnellere Erreichbarkeit der Region durch internationale Investoren. Allerdings wird der BBI nicht alle Probleme der Region alleine lösen können. Die Finanzprobleme Berlins sind weiter groß und durch die gestiegenen Steuereinnahmen nur kurzfristig vertagt. Langfristig gelöst werden können sie nur durch Einsparungen beim Personal und bei den konsumtiven Sachausgaben, verbunden mit gleichzeitig wachsenden Investitionen des Landes, z.B. in die Bildung und die Infrastruktur. Dies sind die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Aufbau von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung – insbesondere in der Industrie –, den Abbau der Jugendarbeitslosigkeit sowie eine moderne Hochschul- und Bildungspolitik. Dazu fordern wir den Senat zu einer zielorientierten Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik auf. Zur Verbesserung der Standortbedingungen müssen darin für alle wirtschafts- und standortrelevanten Politikfelder klare und eindeutig messbare Zielvorgaben definiert und jährlich überprüft werden.
   
Drohen bestimmten Teilen der Region durch die unterschiedlichen Niveaus der EU-Förderung von 2007 an Wettbewerbsnachteile?   

Es konnte verhindert werden, dass beide Länder aufgrund des EU-Beitritts der wirtschaftlich schwachen Länder Mittel- und Osteuropas vollständig aus der Höchstförderung herausfallen. Zudem vermarkten sich Berlin und Brandenburg als „The German Capital Region“ international ohnehin als ein Wirtschaftsstandort. Entsprechend ist jede Ansiedlung, egal in welchem der beiden Länder, ein Gewinn für die gesamte Region.

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