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Pressemitteilung der UVB vom 11.09.2000

UVB feiert ihr 50jähriges Jubiläum am Gendarmenmarkt

Diepgen und Stolpe heben Einsatz im Strukturwandel hervor

Robert B. Zoellick, US-Chefunterhändler zum 2+4-Vertrag, Festredner

Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) hat am Montag ihr 50jähriges Jubiläum mit einer Festveranstaltung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt gefeiert. Gleichzeitig konnte UVB-Präsident Erich Gerard auf 10 Jahre der UVB als gemeinsame Interessenvertretung der Wirtschaft Berlin und Brandenburg nach der Überwindung der Teilung Deutschlands zurückblicken.

„Wir sind auf der Wegstrecke hin zu einer konkurrenzfähigen Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg ein gutes Stück vorangekommen. In den vergangenen zehn Jahren haben wir immer drei miteinander verbundene Hauptziele formuliert für unsere Region. Sie bleiben weiterhin aktuell: 1. Ausbau der Infrastruktur der Region mit dem Großfughafen als wichtigstem Projekt. 2. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg zur Überwindung der hemmenden Landesgrenze – mit dem gemeinsamen Land Berlin-Brandenburg als Ziel. 3. Die klare Profilbildung Berlin-Brandenburgs als innovative Wirtschaftsregion im europäischen Wettbewerb der Standorte,“ unterstrich Erich Gerard.

Berlins Regierender Bürgermeister, Eberhard Diepgen, hob in seinem Grußwort „wertvolle Arbeit im Dienste der heimischen Wirtschaft“ durch die UVB hervor und bezeichnete sie als „anerkannten Partner der Politik, der mit seinen engagierten Beiträgen die Region Berlin-Brandenburg fordert und fördert“.

Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe erinnerte: „Das Beratungsnetzwerk der Unternehmensverbände, die vielfältige Serviceleistungen mit Kompetenz in regionalen Fragen verbinden, hatte in der Zeit des Umbruchs und Neuanfangs eine stabilisierende Funktion.“

Mit der Wahl ihres Festredners Robert B. Zoellick wollte die UVB „die Solidarität der USA als alliierte Schutzmacht Berlins und ihre aktive Rolle bei der Wiedervereinigung Deutschlands hervorheben“, so UVB-Präsident Erich Gerard. Mit dem Vortragsthema „Die deutsch-atlantische Partnerschaft als Fundament für das 21. Jahrhundert“ sollen zugleich für die Zukunft Perspektiven aufgezeigt werden.

Robert B. Zoellick war US-Chefunterhändler bei den 2+4-Verhandlungen über die äußeren Bedingungen der Deutschen Einheit, die am 12. September 1990 mit der Unterzeichnung des 2+4-Vertrages ihren Abschluß fanden,  und stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses unter Präsident Bush. Danach wechselte er in die freie Wirtschaft. Heute ist er außen- und wirtschaftspolitischer Berater des Präsidentschaftskandidaten George W. Bush.

In seiner Rede drückte Robert B. Zoellick seine Hoffnung aus, daß „Deutschland eine Europäische Union vorantreibt, die eine spezielle Partnerschaft mit Nordamerika als Teil einer größeren transatlantischen Gemeinschaft weiter verfolgt. Ein demokratisches Deutschland und Europa sind die natürlichsten Partner für mein Land, die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnt zu meistern.“

Robert B. Zoellick weiter: „Frühere Generationen Deutscher und Amerikaner arbeiteten Hand in Hand, die Demokratien in Europa wieder aufzubauen, und standen Schulter an Schulter, sie gegen die Bedrohung der Freiheit zu verteidigen. Eine andere Generation hat schnell die Chance ergriffen, als das Eis des Kalten Krieges dahinschmolz, um den Weg für ein ganzes und freies Europa zu bereiten. Jetzt gibt es für die nächste Generation von Deutschen und Amerikanern eine gemeinsame weitblickende Vision zu erreichen: Den Übergang unseres Zeitalters in Wohlstand, Sicherheit und Hoffnung für Hunderte von Millionen Menschen auf der Erde, die die gleichen Träume träumen wie wir.“

Ein kurzer Rückblick in die Geschichte der UVB

Die UVB ist aus der Zentralstelle bzw. der Zentralvereinigung der Berliner Arbeitgeberverbände (ZBA) hervorgegangen, die 1950 von den Verbänden der Stadt gegründet wurde. Die ZBA mußte ihre Arbeit durch die Teilung der Stadt und durch das gewaltsame Abriegeln ihres natürlichen Umlandes auf die Westsektoren Berlins beschränken. Spätestens nach dem endgültigen Schließen des „Eisernen Vorhangs“ durch den Bau der Berliner Mauer mußte die ZBA gemeinsam mit Politik, Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Organisationen die Existenzsicherung des freien Teils der Stadt zu ihrem Hauptziel erklären.

Mit dem Fall der Mauer im November 1989 änderte sich vieles schlagartig – auch für die Unternehmen und ihre Verbände: Aus der ZBA wurde noch vor der Deutschen Einheit die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg. Ihr gehörten von Anfang an Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände aus Berlin und Brandenburg sowie länderübergreifende Verbände an.

Die UVB bündelte und formulierte die Interessen der Wirtschaft im Vereinigungsprozeß Berlins und bei der Neukonstituierung des Landes Brandenburg. In der schwierigen Umbruchphase der Wirtschaft seit 1990 wirkte die UVB aktiv mit. Die Verbände haben die Umstrukturierung der Unternehmen unterstützt und sich für die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Berlin-Brandenburg eingesetzt.


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